5 Mountain Trainingsplan

Der “5 Mountain“ Trainingsplan

Das Konzept von Mark Divine (Navy SEAL a.D.), um das eigene Potential zu vervielfachen.

Mark Divine war 20 Jahre lang Navy SEAL, bevor er 2011 mit dem Rang des „Commanders“ ausschied. Heute kennen ihn die meisten durch seine Bücher (u.a. “The Way of the SEAL“) und das 50-stündige “KOKORO Camp“, das ursprünglich potentielle SEAL-Kandidaten auf die Strapazen der militärischen Ausbildung vorbereiten sollte. Heute können auch Zivilisten eines der SEALFIT Events besuchen und Grenzen erkennen und überwinden lernen (mein eigener Erfahrungsbericht dazu folgt in Kürze).

Das Rüstzeug für ein erfolgreiches Bestehen dieser mehrtägigen Tortur (bestehend aus Schlafmangel, Kälte und körperlicher Erschöpfung) ist nicht auf physische Bereitschaft beschränkt. Vielmehr erfordert es ein Höchstmaß an Resilienz und emotionaler Kontrolle. Die entsprechenden Techniken können Interessierte auf www.unbeatablemind.com erlernen. Das grundlegende Konzept der “5 Mountains“ soll im Folgenden kurz vorgestellt werden.

This training is called “The 5 Mountains” because there are five aspects of our being that we seek to train in an integrated manner. When developed and integrated, you will be able to propel yourself to the highest levels of awareness and consciousness… and move toward self-mastery.

Mark Divine

1. Physical Mountain

Dieser Aspekt der persönlichen Entwicklung ist vergleichsweise leicht zu verstehen. Es geht um unseren Körper und wie wir ihn einsatzbereit halten. Dazu gehört neben einem entsprechenden Training auch bedarfsgerechte Ernährung, ausreichend Schlaf und aktive Regeneration. Dabei wird jedoch kein Trainingssystem favorisiert und kein Ernährungsdogma vorgeschrieben. Vielmehr geht es um die eigene, aktive Auseinandersetzung mit individuellen Bedürfnissen. Ein Leben auf höchstem Niveau erfordert einen Körper, der die an ihn gestellten Ansprüche erfüllen kann.

2. Mental Mountain

Wer körperlich fit ist hat noch lange nicht gewonnen. Diese Tatsache wird offensichtlich, wenn man Sportler bei der Olympiade miteinander vergleicht: alle sind in ihren Disziplinen überdurchschnittlich gut, haben mitunter jahrelanges Training hinter sich und folgen strikten Diäten zur Steigerung der eigenen Leistung. Neben anderen, zum Teil nicht beeinflussbaren Faktoren macht jedoch vor allen Dingen die innere Einstellung den Unterschied aus, zwischen einer Gold-Medaille und einem frühen Ausscheiden.

„Mental Toughness“ bedeutet hierbei auch, die eigenen Gedanken zunächst als das zu erkennen, was sie sind: Gedanken. Nicht mehr, nicht weniger! Der Mensch hat durchschnittlich 60.000 Gedanken am Tag, die meisten sind uns nicht einmal bewusst. Negative Denkmuster („Das schaffe ich nicht!“) können uns davon abhalten, Ziele zu erreichen und das eigene Potential auszuschöpfen. Wer sich umgekehrt auf zielführende Gedanken fokussiert, entkommt alten – und unnützen – Glaubenssätzen.

Dieses Vorgehen (Teil des sog. “Witnessing Process“) ist nicht mit dem etwas schwammigen Ausspruch „Positiv denken!“ zu verwechseln. Es geht nicht darum, sich Dinge schönzureden; stattdessen soll ein proaktiver Blickwinkel etabliert werden. Statt das „Schietwetter“ zu beschönigen, sollte man sich also lieber den (mentalen) Regenmantel überwerfen. Das geht nicht von heute auf morgen, denn zunächst müssen alte Gewohnheiten aufgelöst und neue Routinen eingeübt werden. Meditation ist eine von vielen Möglichkeiten, seinen mentalen Muskel zu trainieren.

3. Emotional Mountain

Mit unseren Gedanken eng verbunden sind die Emotionen, die ebenfalls förderlich oder destruktiv sein können. Sich gut zu fühlen ist eine bewusste Entscheidung, wenngleich es uns in bestimmten Situationen leichter fällt den Kopf hängen zu lassen. Akuter Stress oder körperliche Einschränkungen sind zwei Beispiele, wie uns der Alltag einen Strich durch die Rechnung machen kann. Als Rechtfertigung für den Teufelskreis negativer Gefühle (Wut, Verzweiflung, Antriebslosigkeit etc.) sollten sie trotzdem nicht dienen.

Wer seine Gefühle erkennen und verstehen lernt, kann sie entsprechend lenken. Dabei geht es nicht darum, nie wieder traurig zu sein oder unerwünschte Emotionen zu leugnen. Vielmehr erfordert das Besteigen dieses „Berges“ die Auseinandersetzung mit der eigenen Gefühlswelt. Oft beeinflussen uns zudem Altlasten aus Kindheitstagen. Diese stehen uns unbewusst im Weg und lassen uns wiederholt an einer Hürde scheitern. Während zur Bewältigung akuter Traumata ein Therapeut zu Rate gezogen werden sollte, können diese emotionalen „Schatten“ der Vergangenheit im Rahmen eines Coachings behandelt werden.

4. Intuitional Mountain

Als Intuition, gerne auch als Bauchgefühl bezeichnet, verstehen wir das Wissen unseres innersten Wesens. Dieser Teil von uns greift dabei nicht nur auf die Rationalität unseres Gehirns zurück, sondern bedient sich weiterer Intelligenzen des Körpers. Gemeint sind damit u.a. Sinneseindrücke, die sich ohne genauere Betrachtung dem Bewusstsein entziehen. Malcolm Gladwell beschreibt diese Situationen in seinem Buch „Blink – The Power of Thinking without Thinking“ wie folgt:

This book is all about those moments when we ‘know‘ something without knowing why […], showing why a snap judgement can be far more effective than a cautious decision.

Blink

Wie oft wissen wir, dass wir etwas tun (oder nicht tun) sollten und machen trotzdem genau das Gegenteil. Unser rational denkendes Gehirn hat in jedem dieser Fälle eine passende Erklärung parat („Heute habe ich keine Zeit.“, „Dafür bin ich zu alt!“ etc.), aber tief in unserem Inneren wissen wir es besser. Dieser oft verborgenen Stimme mehr Gehör zu verleihen erfordert viel Übung – Zeit in der Natur, Meditation und Atemübungen sind großartige Wege zum Erfolg!

5. Kokoro Mountain

Kokoro ist japanisch und bedeutet in der Definition von Unbeatable Mind “merging heart and mind into action“. Es geht also darum, alles Vorangegangene nicht nur zu verstehen, sondern es aktiv zu leben. Um es in anderen Worten zu sagen:

Nothing so conclusively proves a man‘s ability to lead others as what he does from day to day to lead himself.

Thomas J. Watson

Tägliches Training aller “5 Mountains“ sorgt für ganzheitliches Wachstum und lässt uns die Hürden des Lebens mit einem Kokoro-Mindset bezwingen. Wer die eigene Komfortzone verlässt und sich Herausforderungen stellt, erreicht längerfristig mehr und bezwingt nebenbei Schritt für Schritt den letzten Berg.

Einen Trainingsplan erstellen

Wie beim klassischen Trainingsplan eines Fitness-Studios, wird auch beim “5 Mountain“ Training zunächst ein Ziel definiert: wohin soll die Reise gehen? Anschließend werden Routinen bestimmt, die eine gleichmäßige Entwicklung aller Mountains ermöglichen und sich am übergeordneten Ziel orientieren. Die daraus resultierenden Schritte können in tägliche, wöchentliche, monatliche und halbjährliche Ziele untergliedert werden. Das folgende Beispiel des Physical Mountains verdeutlicht dieses Vorgehen:

täglichwöchentlichmonatlichHalbjahresziel
5min Atemübung
weniger Zucker essen
mind. 7h schlafen
3x Sport
Yoga

Massage


Blutdruck senken


Beispiel einer Person, die längerfristig ihren Blutdruck senken möchte, um gesund zu bleiben und das Familienleben genießen zu können (übergeordnetes Ziel).

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Um die Erfolgsaussichten zu erhöhen, sollten diese Stolpersteine jedoch unbedingt vermieden werden:

  • Übersteigerte Motivation: Wer sich zu Beginn zuviel vornimmt, erhöht das Risiko aufzugeben. Es ist wie bei einer Ernährungsumstellung: anstatt sich gleich alles zu verbieten, sollte man erstmal mit einer kleinen Anpassung beginnen. Der kleine Erfolg macht es wahrscheinlicher, dass auch die nächsten Veränderungen von langer Dauer bleiben.
  • Unklare Ziele: Wer seine Ziele nicht kennt (oder womöglich zu viele Ziele auf einmal verfolgt) wird sich nur schwer für einen Weg entscheiden können. Der daraus resultierende Mangel an Fokus führt zu unbefriedigenden Ergebnissen.
  • Mangel an Disziplin: Wer seine Ziele für sich behält, ist nur sich selbst Rechenschaft schuldig. Ein Mangel an Disziplin wird dann gerne abgelöst durch unterschiedlichste Ausreden (siehe oben) – besser, man hat einen „swim buddy“ (das kann ein Freund/eine Freundin oder jemand aus der Familie sein). „Buddies“ unterstützen sich gegenseitig und machen es sich schwerer, Verantwortung abzugeben (z.B. an äußere Umstände).

Aller Anfang ist schwer und manche Teilziele erschließen sich nicht auf den ersten Blick. Besonders der Emotional Mountain und der Intuitional Mountain stellen viele Einsteiger zunächst vor große Herausforderungen. Wer am Ball bleibt, wird dafür mit einschneidenden Veränderungen belohnt, denn wir sind zu 20X mehr in der Lage, als uns bewusst ist!

Für weitere Informationen zu diesem oder ähnlichen Themen und eine Übersicht aller zertifizierten Unbeatable Mind Coaches: https://unbeatablemind.com/certified-coaches/

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